Im Dojo

Um Kampfkünste (Budo) im Ganzen verstehen zu können, müssen bestimmte Regeln und Gebräuche anerkannt werden. Das tut der Übende mit einer Verbeugung bei Eintritt in den Dojo (in die Turnhalle). Damit respektiert der Übende etwas Höheres als sich selbst. Dies sollte jedoch nicht als Forderung von Unterordnung oder als Gesetz verstanden werden. Ganz im Gegenteil, es ist viel mehr sein Einverständnis für ein traditionelles-gegenseitiges-rücksicht-nehmendes-miteinander (Grundprinzip des Budo-Sports) und ist mehr eine Selbstverständlichkeit eines jeden Übenden.

Der Begriff Dojo setzt sich aus zwei Worten zusammen. “DO” bedeutet der Weg und bezeichnet den Weg eines jeden Übenden. Das Ziel dieses Weges steht nicht die Perfektion der Technik sondern die vollkommene Harmonie von Körper und Geist. Die Perfektionierung der Technik ist jedoch Mittel zum Zweck, denn die Übung ist zentraler Bestandteil des Weges. Durch Üben erlangt der Schüler Selbstperfektion und die Entdeckung und Kontrolle der inneren Kraft. Dieses kaum zu erreichende Ziel, hat jeder Wegschüler (Deshi) stets vor sich, ohne jedoch den Weg aus den Augen zu verlieren. Denn nicht das Ziel ist der innere Antrieb, sondern der Weg dorthin („Der Weg ist das Ziel“). “JO” bedeutet Ort. Dojo bezeichnet also den Ort, an dem der Weg geübt wird. Dabei ist nicht von irgendeinem Trainingsraum die Rede. Der Wegübende hat eine ganz besondere Beziehung zum Dojo. Für ihn ist es ein heiliger Ort, der oft auch als „Raum der Erleuchtung und Ruhe“ bezeichnet wird.